Agostino Di Scipio lebt und arbeitet in seinem
Studio in L’Aquila (eine mittelalterlichen Stadt in
den Bergen der italienischen Halbinsel). Sein Werk umfasst
Kompositionen für Instrumentalisten, elektronische Stücke
und Klang-installationen. In einigen dieser Arbeiten erforscht
er unkonventionelle Methoden der Klangsynthese und –verarbeitung,
wobei er sich besonders auf Phänomene wie Rauschen, Turbulenz
und Klangentstehung konzentriert. Andere Arbeiten erzeugen
dynamische Netzwerke aus klang-lichen Live-Interaktionen zwischen
Aufführenden, Maschinen und Umgebungen (z.B. sein Projekt
Hörbare Ökosysteme). Beispiele seiner Arbeiten finden
sich auf zwei CDs in Einzelauflage -Hörbare Ökosysteme.
Live-elektronische Kom-positionen (RZ Edition) und Paysages
Historiques (Chrisopee Electronique) – sowie auf diversen
CD- un DVD-Anthologien, die das Werk internationaler Künstler
vorstellen. Größer angelegte Arbeiten umfassen:
Sound & Fury (für zwei Schau-spieler, zwei Perkussionisten,
Elektronik und Dia-Projektion), erstmalig aufgeführt
in Evora (Portugal, 2000) und später in Venedig (2002);
Teresia, komponiert in Zusammenarbeit mit dem Dichter Giuliano
Mesa, erstmalig aufgeführt in L’Aquila (2001),
später in Rom (2003) und Berlin (2005). Ein größeres
neues Projekt ist derzeit in Vorbereitung – Risorse
Umane (Human Resources), eine Auftragsarbeit der Società
dei Concerti L’Aquila, die Premiere ist für September
2009 geplant.
Agostino Di Scipio war DAAD-Stipendiat in
Berlin (2004-2005), Gastkomponist an der Simon Fraser University
(Vancouver, 1993), an der Sibelius Academy (Helsinki, 1995),
am ZKM (Karlsruhe, 2006-07), und am IMEB (Bourges, 2003 und
2005). Er ist Professor für Elektronische Musik am Konservatorium
in Neapel, in den letzten Jahren lehre er als Gastprofessor
an der University of Illinois Urbana-Champaign, an der Johannes-Gutenberg
Universität Mainz, an der Technischen Universität
Berlin (Edgar-Varèse-Professur im Wintersemester 2007-08)
und am Centre Creation Musicale Iannes Xenakis (2001-07) in
Paris. Er schrieb mehrere Essays und Artikel im Bereich Analyse
und kritische Theorie von Musiktechnologie. Als Herausgeber
veröffentlichte er unter anderem die italienische Übersetzung
von „Genesi e forma“ von G. M. Koenig (Semar,
1995), „Heidegger, Hölderlin und John Cage“
von M. Eldred (Semar, 2000) und „Universi del suono“
von I. Xenakis (LIM/Ricordi, 2003). 2004 war er Gastredakteur
des „Journal of New Music Research“ für einen
Band über die Elektronische Musik von Xenakis.
Di Scipio's Arbeiten wurden in zahlreichen Spielstätten
und Festivals aufgeführt, darunter Wienersalle Salzburg,
KonzertHaus Berlin, Podewil/Tesla Berlin, Dissonanzen Neapel,
MUHKA Antwerpen, Warschauer Herbst, Inventionen (Berlin),
Synthése (Bourges), SMC (Lausanne), The Int’l
Computer Music Conference (Banff, Berlin, Thessaloniki, etc.),
League of Composers (New York), Transit Festival (Leuven),
Int'l Society of Electronic Arts (Montreal), MusikTriennale
(Köln), Archipel (Geneva), MLAC (Rom), Foro Internacional
de Música Nueva (Mexiko City).